Jetzt schlägt es 13

Winzergenossenschaft Schriesheim holt bei der Gebietsweinprämierung in Offenburg erneut den Ehrenpreis für den Bereich Badische Bergstraße



Die Zahl 13 steht im Allgemeinen für Glück oder Pech. Bei der Winzergenossenschaft Schriesheim ist es genau andersherum, da steht die 13 für Beständigkeit und Kontinuität – und gerade nicht für ein zufälliges Ereignis. Denn mit der diesjährigen Badischen Gebietsweinprämierung am 9. November in Offenburg hat die prägende Genossenschaft der Badischen Bergstraße ihre Erfolgssträhne fortgesetzt. Zum 13. Mal in 14 Jahren haben die Schriesheimer Winzer den Ehrenpreis für den Bereich Badische Bergstraße zugesprochen bekommen. Damit ist die WG so etwas wie der FC Bayern München des Bergstraßenweinbaus in Baden.

Der Ehrenpreis ergibt sich aus 29 Goldmedaillen und sieben Silbermedaillen für Weine und Sekte aus Schriesheim; fünf der 29 „Goldenen“ sind so genannte Frühlings- und Sommerweine, also besonders frische und erfrischende Vertreter ihres Genre und zwei sind herrlich prickelnde Sekte.

Mit dem Ehrenpreis befindet sich die Winzergenossenschaft mit Sitz inmitten der historischen Schriesheimer Altstadt in guter Gesellschaft solcher „Hochkaräter“ wie dem Winzerverein Hagnau (Bereich Bodensee), der Winzergenossenschaft Glottertal (Breisgau) oder dem Winzerkeller Auggener Schäf (Markgräflerland).

Bei der Weinprobe zur Prämierung in der Oberrhein-Halle der Messe Offenburg/Ortenau am 9. November, der „Meisterfeier“, wird neben anderen prämierten Tropfen aus der Wein-Bundesliga Badens der 2014er Schriesheimer Rittersberg Spätburgunder Rotwein Spätlese trocken aus dem Barrique-Fass kredenzt. „Wir können mit den Besten mithalten“, freut sich Schriesheims Genossenschafts-Geschäftsführer Harald Weiss. Die Barrique-Spätlese, die selbstverständlich auch mit Gold dekoriert wurde, ist im Moment der „Mittelstürmer“ der WG. Der nach dunklen Beeren und zartbitterer Schokolade duftende Wein hat vor wenigen Tagen erst bei „Meiningers Rotweinpreis“ inmitten der besten Pfälzer eine 90-Punkte-Bewertung bekommen – ein Premiumprodukt, das im Preis-Leistungs-Verhältnis wiederum von der Philosophie einer Genossenschaft geprägt ist: Die Flasche kostet im Schriesheimer Weinladen 10.60 Euro. Neulich bei der Weinheimer Weinmeile kam der 14er zum Ausschank – und die Weinkenner konnten von dem wunderbar weichen „Tröpfchen“ nicht genug bekommen.

Überhaupt ist die Winzergenossenschaft auch zu Zeiten ihres 13. Titels in der Metropolregion Rhein-Neckar ein Aushängeschild des Badischen Weins: Zur Päpste-Ausstellung der Reiss-Engelhorn-Museen entwarf Schriesheim den passenden Wein – ebenfalls einen Spätburgunder, beim kulinarischen Kult-Varieté „Palazzo“ stehen gleich sechs Schriesheimer Weine auf der Karte.

Aber Harald Weiss ist besonders stolz auf die Bandbreite der Weine, die den Prüfern besonders gut geschmeckt haben. Unter den Gold-Tropfen sind weitere Spezialitäten wie der aromastarke Chardonnay, ebenfalls im Barrique-Fass gereift (Ladenpreis 9.30 Euro), ein ähnlich ausgebauter St. Laurent – andererseits aber auch süffige „Jeden-Tag-Weine“ wie der Silvaner oder Weißburgunder Kabinett; sie liegen meistens bei einem Preis zwischen 5 und 6 Euro im Weinladen. „Wir wollen Qualität für jeden Geldbeutel“, beschreibt Weiss, der sich über eine weitere Wertschätzung des Badischen Weinbauverbandes freuen kann: Denn auch der Badische Winzerkeller, der Ort, an dem Schriesheimer Trauben zum Wein werden, spielt in der gleichen Liga. Der Keller gewinnt dieses Jahr nicht nur den Ehrenpreis für das gesamte Gebiet des Badischen Weinbauverbandes – auch die beiden bewährten Mitarbeiter Ottmar Ruf und Jörg Wiedemann wurden zu Kellermeistern des Jahres gekürt; sie sind auch die Gestalter der Schriesheimer Weine.

In diesem Jahr will die Schriesheimer Winzergenossenschaft den 13. Ehrenpreis in größerer Runde feiern als bislang. Am Freitag, 17. November im Zehntkeller sollen die Menschen die dekorierten Weine kosten, die dafür Schweißtropfen gelassen haben: Die Genossenschaftswinzer selbst. „Denn wir“, sagt Geschäftsführer Weiss, „sind nur so gut wie unsere Winzer“.

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